Wohnen mit Holz

kitchen-2400367_1920.jpgWas ist nachhaltig, widerstandsfähig, schön und vielfältig zugleich? Es gibt einen Werkstoff, der all das verbindet: das Naturprodukt Holz. Mit seiner typischen Maserung, den Kerben und Verläufen ist es nicht nur ein Material mit Charakter, sondern auch noch umweltfreundlich. Und vor allem so vielfältig einsetzbar wie kaum ein anderer Rohstoff: In Gebäuden lässt sich Holz innen und außen verbauen – von der Fassade bis zum Esstisch.

Das ganze Haus aus Holz

Schauen wir uns einmal das Holzhaus an: Neben der geringeren Bauzeit im Vergleich zum Massivhaus aus Ziegeln profitieren Holzhausbauer von den natürlichen Dämmeigenschaften. Noch dazu ist die Integration des Dämmmaterials in den Wandaufbau einfacher zu meistern. Bei der Holzrahmenbauweise ist deutlich weniger Heizenergie erforderlich, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, denn durch den klimaregulierenden Effekt entsteht das ganze Jahr über ein gleichmäßiges und angenehmes Raumklima. Dafür muss auch im Winter die Heizung nicht auf Anschlag aufgedreht werden. Im Sommer nimmt das Holz dem Raum die Schwüle; es nimmt den Dunst aus der Luft auf, und im Winter gibt es Luftfeuchtigkeit ab. Das Klima im Holzhaus ist besonders für Allergiker und Asthmatiker ein angenehmes.

Natürliche Fassade aus Holz

Für Fassaden eignen sich neben heimischen Nadelholzarten wie Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie auch Eiche, Robinie oder Kastanie. Und auch die Gestaltungsmöglichkeiten lassen Raum für ein individuelles Design: für die Verkleidung kann sich der Hausbauer zum Beispiel zwischen Profilbrettern, Lamellen- oder Plattenverkleidungen und Schindeln entscheiden. Bleibt die Fassade unbehandelt, erhält sie durch die Witterung einen grauen Schleier als typische Patina. Wer das vermeiden will, kann auch einen Schutzanstrich aufbringen – das können Lasuren, Lacke oder chemische Druckimprägnierungen sein. Am nachhaltigsten und umweltschonendsten ist jedoch immer das nackte Holz.

Holz für den Innenraum

Auch im Bereich der Inneneinrichtung gibt es kaum Grenzen für die kreative Gestaltung mit Holz. Neben Böden, Decken- und Wandverkleidungen aus dem natürlichen Werkstoff sorgen für ein angenehmes Raumklima. Und Möbel aus Holz geben der Einrichtung den letzten Schliff. Hier unterscheidet man drei verschiedene Verarbeitungsformen: Vollholz, Massivholz und Furnier. Das Vollholz wird in der Regel aus dem Baumstamm im Ganzen herausgearbeitet und ist damit am wenigsten behandelt – das Holz passt seine Form somit auch mehr an äußere Einflüsse wie Wärme und Kälte an. Beim Massivholz dagegen findet eine Verarbeitung statt: zunächst wird das Holz getrocknet, dann in Lamellen aufgetrennt, zugeschnitten und gehobelt. Anschließend werden die Lamellen mit Leim und einer Plattenpresse miteinander verbunden. Alle Lamellen bestehen aus derselben Holzart. Massivholz will gepflegt werden: mit Hartwachsöl oder Holzöl schützt man die Oberfläche, und erhält zugleich die einzigartige Maserung der Oberfläche. Auch Lasieren und Lackieren schützt – und kann für eine farbenfrohe Gestaltung eingesetzt werden. Beim Furnier wird üblicherweise ein edleres Holz für die Deckschicht verwendet, die auf weniger hochwertiges Massivholz aufgebracht wird. Furnier findet man neben Möbelstücken auch auf Musik-Instrumenten und Türen. Die Lieblingshölzer der Deutschen sind übrigens Buchen-, Eichen-, Eschen-, Fichten-, Kiefer-, Kirschbaum- und Nussbaumholz. Besonders nachhaltig ist es dann, wenn das Holz aus regionalem Anbau und FSC-zertifiziert ist – das Gütesiegel zeigt, dass die Forstwirtschaft wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltige Produkte erzeugt. Ein Blick darauf lohnt sich also beim nächsten Holz- und Möbelkauf.