Unwetter und Schäden – wer zahlt?

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Wir erleben es gerade am laufenden Band: Wetterextreme treten immer häufiger auf, Hagel, Sturm oder sogar Orkan und Hochwasser machen uns öfter zu schaffen. In Deutschlands Haushalten entstanden dadurch in den letzten Jahren Schäden in Millionenhöhe. Da stellt sich doch die Frage: Wer zahlt denn eigentlich im Schadensfall? Dieser Text ersetzt natürlich keine Rechtsberatung, dazu informieren Sie sich bitte bei Ihren Versicherungen.

Elementarschäden durch Unwetter

Zur Begriffserklärung: vor allem geht es hier um Elementarschäden. Das sind Schäden an Haus und Hof, die beispielsweise durch Hochwasser, Sturm oder Hagel ausgelöst werden. Grundsätzlich ist der Eigentümer eines Hauses dafür zuständig, dass sein Mieter nicht einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt wird. Daher müssen auch entstandene Schäden beseitigt werden. Das fußt auf der Verkehrssicherungspflicht, die sich ergibt aus dem Grundgesetzartikel 14 „Eigentum verpflichtet“ ergibt. Verkehrssicherungspflicht bedeutet, dass der Vermieter verpflichtet ist, den Mieter vor Schäden an Körper und Gesundheit zu schützen, die durch einen desolaten Zustand der Wohnung entstehen könnte. Der Vermieter kann im Mietvertrag festhalten, dass der Mieter zur Verkehrssicherung beitragen muss, das kann unter anderem bedeuten, dass Äste oder Blätter vor dem Haus entfernt werden müssen oder instabile Äste am Baum auf dem Grundstück. Wenn ein Unfall oder Schaden entsteht, haftet der Vermieter aber trotzdem.

Pflicht zum Schadensersatz

Auch das Gesetz zur Schadensersatzpflicht (§ 823 BGB) ist ein wichtiges in diesem Zusammenhang. Um ein Beispiel zum besseren Verständnis zu nennen: Bei Unfällen, bei denen der Mieter etwa durch herabstürzende Dachplatten verletzt wird, ist der Vermieter gegebenenfalls dazu verpflichtet, Schmerzensgeld zu zahlen.

Hausrat- und Gebäudeversicherungen

Für Vermieter und Hausbesitzerinnen ist es wichtig, Schäden durch Unwetter gleich einzukalkulieren, wenn die jährlichen Unterhaltungskosten bepreist werden. Dazu gehören die Gebäude- und/oder Hausratversicherung. Die Gebäudeversicherung zahlt zum Beispiel, wenn Hagel die Fenster zertrümmert, und die Hausratversicherung greift dann, wenn die Einrichtung deshalb in Mitleidenschaft gezogen wird.

Steht der Keller der Mietswohnung nach starken Regenfällen unter Wasser, muss der Vermieter sich um die Beseitigung kümmern. Schäden an der Einrichtung dagegen deckt die Hausratversicherung ab. Fotografieren Sie im Schadensfall alles ganz genau, damit Sie die Situation dokumentieren können. Die Versicherung zahlt in dem Fall nur, wenn sie Elementarschäden abgedeckt. Im Falle des Besuchs eines Gutachters sollten Sie beschädigte Gegenstände aufbewahren.

Was können Sie als Mieter tun?

Auch als Mieterin müssen Sie natürlich dafür Sorge tragen, dass keine Schäden entstehen können. Wenn Sie ein Unwetter aufziehen sehen, dann schließen Sie die Fenster. So richtig vorhersagen lässt sich so ein Unwetter oft nicht, deshalb gilt das auch, wenn Sie längere Zeit nicht Zuhause sind. Fahren Sie also nicht in Urlaub und lassen derweil zwei Wochen die Fenster gekippt. Wenn Hagel angekündigt ist, schließen Sie am besten auch noch die Roll- oder Fensterläden, wenn Sie welche haben. Wenn Mieter Ihre so genannte Obhutspflicht verletzen, kann nämlich der Vermieter Schadensersatz fordern. Es kann sogar passieren, dass die Versicherung die Regulierung ablehnt.

Es bleibt zu hoffen, dass wir die Unwetter wenigstens für dieses Jahr überstanden haben.