5 Tipps für Erstkäufer – Hauskauf für Anfänger

purchase-3347053_1280.jpgFür die meisten Menschen ist der Haus- oder Wohnungskauf eine einmalige Investition. Nichts, womit man vorab bereits Erfahrung hätte sammeln können – lediglich Berichte von befreundeten Käufern oder Online-Recherchen helfen, sich im Immobilien-Dschungel zurechtzufinden. Es gibt ein paar grundsätzliche Dinge, auf die Erstkäufer achten sollten, die häufig in der Aufregung der zum Greifen nahen Immobilie untergehen. Eben die Informationen, die man lieber schon vor der Besichtigung gehabt hätte.

1.     Käufer sollten vorher genau klären, was sie wollen

Haus oder Wohnung? In der Stadt oder weiter draußen? Wie verhält sich das dann mit dem Arbeits- und Schulweg? All diese Fragen sollten sich Immobilienkäufer stellen. Im Prinzip geht es um die Frage: Wie wollen wir in den kommenden Jahren leben? Der Blick in die Zukunft lohnt sich, immerhin stehen Interessenten vor einer langfristigen Entscheidung. Sind Kinder geplant? Muss eventuell an ein altersgerechtes Wohnen gedacht werden, damit dort auch der Lebensabend verbracht werden kann? Es ist bei der aktuellen Lage auf dem Immobilienmarkt sicherlich auch ratsam, sich zu überlegen, welche Kompromisse denkbar wären. Insbesondere, was die Lage betrifft: Die Top-Plätze sind kaum noch bezahlbar, aber die zweite Reihe bietet häufig ebenfalls eine hohe Lebensqualität.

2.     Den Kapitalbedarf realistisch einschätzen

Jetzt ist klar, was der Käufer will, aber ob das finanziell zu stemmen ist, ist die andere Seite der Medaille. Es macht Sinn, den Bankberater aufzusuchen und den finanziellen Rahmen zu klären, noch bevor eine Immobilie in die engere Auswahl kommt. Dennoch ist es wichtig, Kredite zu vergleichen, denn auf die lange Laufzeit macht das, was im ersten Moment wenig Unterschied macht, eben doch einen großen finanziellen Unterschied. Außerdem sinnvoll: eine Zinsbindung sichern, immerhin sind die Zinsen derzeit sehr niedrig. Dies festzuschreiben, ist auf lange Sicht entlastend.

Käufer sollten in der Lage sein, zehn bis 20 Prozent Eigenkapital aufzubringen. Unterschätzen darf man auch die Nebenkosten nicht – etwa 16 Prozent des Kaufpreises kommen für Makler, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuchamt obendrauf. Und wenn der Kaufpreis schon an der Grenze des Leistbaren ist, dann sollten sich Käufer genau überlegen, wie viel an einer Immobilie noch renoviert werden muss. Da kommt auch gleich der nächste Punkt ins Spiel – genaues Hinsehen lohnt sich.

3.     Bei der Besichtigung genau hinsehen

Was oberflächlich wie das absolute Traumhaus oder die Traumwohnung aussieht, mag vielleicht bei genauerem Hinsehen ein paar Schwachstellen offenbaren. Und genau die können den Käufer teuer zu stehen kommen. Feuchtigkeit kann zum Beispiel ein Problem sein – wenn der Keller modert, muss eventuell eine Drainage verlegt werden, das kann enorm ins Geld gehen. Wer sich selbst nicht zutraut, den Zustand der Immobilie richtig einzuschätzen, sollte dringend einen Gutachter einbeziehen. Der kann die Substanz auf Herz und Nieren prüfen. Auf Überraschungen nach dem Kauf kann man hier nämlich gut verzichten.

4.     Zeitbedarf für die Renovierungen einkalkulieren

Wer eine renovierungsbedürftige Immobilie in Betracht zieht, spart im Hinblick auf den Kaufpreis Geld, der finanzielle und auch zeitliche Aufwand im Anschluss an den Kauf ist dagegen häufig schwer abzusehen. Deshalb ist der Gutachter so wichtig – er kann eine realistische Einschätzung abgeben, was alles gemacht werden muss. Daraufhin muss der Käufer für sich entscheiden, wie viel er selbst erledigen kann. Das heißt, wie viel Zeit bliebt neben Job und Familie noch für Renovierungen? Eine Immobilie, die hergerichtet werden muss, mutiert nicht selten zum monatelangen Fokus der Freizeitaktivitäten. Wer mit zwei linken Händen ausgestattet ist, lässt lieber Profis ran, allerdings ist hier nicht nur der finanzielle Aufwand zu bedenken, sondern auch die Verfügbarkeit von Handwerkern.

5.     Verhältnis von Kaufpreis und Miete beachten

Auch wenn die Käufer selbst in die Immobilie einziehen, lohnt sich der Blick auf den theoretischen Mietpreis. Denn das Eigentum sollte letztendlich günstiger als die Mietwohnung sein. Wenn der Kaufpreis mehr als 25 Jahresmieten beträgt, sollte man den Kauf in Frage stellen – oder besser: die betrachtete Immobilie.

Zu guter Letzt gehört auch immer eine Portion Bauchgefühl dazu, auch das spielt bei einem solchen Kauf eine wichtige Rolle. Und wenn man dieses Bauchgefühl mit den oben genannten Punkten argumentieren kann, dann lohnt sich das Wagnis Hauskauf oder Wohnungskauf womöglich.