Richtig Lüften

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Wir machen es jeden Tag, meist mehrmals, machen uns aber oft erst Gedanken darüber, wenn es zu spät ist: das Lüften. Wer falsch lüftet, verschwendet viel Energie. Oder riskiert im schlimmsten Fall den Besuch von Schimmelpilzen. Und wie macht man das nun richtig, das mit dem Lüften?

Lüften nach Jahreszeiten

Besonders im Winter besteht Schimmel-Gefahr – wenn die Temperaturen draußen niedrig sind, kühlen die Außenwände ab, vor allem wenn das Gebäude schlecht gedämmt ist. Die Folge: die Feuchtigkeit aus der Luft im Inneren schlägt sich an der kalten Wand nieder.

Doch dagegen kann man etwas tun. Idealerweise lüften Sie drei- bis viermal täglich. Wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind, öffnen Sie morgen und abends. Wie lange gelüftet werden sollte, hängt von der Außentemperatur ab. Im Winter reicht es, kurz – etwa fünf Minuten – durchzulüften, denn der Temperaturunterscheid drinnen und draußen sorgt für schnellen Durchzug. Im Frühjahr und Herbst können es 15 Minuten sein und im Sommer dürfen die Fenster eine halbe Stunde offenstehen.

Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Wer die Luftfeuchtigkeit im Zimmer im Auge behalten möchte, schafft sich am besten ein Hygrometer an. Das Messgerät zeigt die Feuchtigkeit prozentual an, in der Regel sollte im Innenraum etwa 40 bis 60 Prozent herrschen. Liegt die Luftfeuchtigkeit darüber, ist Lüften angesagt.

Morgens oder abends lüften?

Je nach Jahreszeit verschiebt sich die Lüftungszeit: Im Sommer lüften Sie am besten früh morgens, wenn die Luft noch schön kühl ist, genauso wie spät abends oder nachts. Tagsüber ist es sinnvoller, nur kurz stoß zu lüften, damit die Hitze nicht zu weit in den Raum kriechen kann, aber trotzdem etwas frische Luft hineinkommt. Im Winter ist Stoßlüften eher angesagt, damit schnell viel frische Luft hineinkommt. Gekippte Fenster sollten Sie bei kalten Temperaturen vermeiden – vor allem, weil bei langem Kippen die Räume so vollständig auskühlen und viel Energie aufgebracht werden muss, um sie wieder zu erwärmen. Und die Feuchtigkeit bekommen Sie mit gekippten Fenstern auch nicht heraus. Ein absolutes No-Go ist natürlich das gleichzeitige Lüften und Heizen. Damit heizen Sie direkt zum Fenster hinaus. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für Ihren Geldbeutel.

Kippen, Stoßlüften oder Querlüften?

Nicht nur die Häufigkeit, auch die Technik spielt eine große Rolle. Gekippte Fenster sind meist wenig effektiv. Stoßlüften, also kurzes, komplettes Öffnen, ist da viel sinnvoller, denn so kann schnell viel Luft in den Raum gelangen. Noch besser ist das Querlüften, bei dem Fenster auf der gegenüberliegenden Seite geöffnet werden, sodass ein Durchzug entsteht.

Dampf in der Küche, Pollen im Haus

Entsteht in Küche oder Bad viel Dampf, sollten Sie den sofort nach draußen lassen – sofern das geht, denn viele Badezimmer verfügen nicht über Fenster, sondern lediglich über Lüftungen. Im Schlafzimmer ist das Lüften nach dem Aufstehen angeraten, so können Sie auch gleich das Bett auslüften. Abends sollten Sie direkt vor dem Schlafengehen die Fenster öffnen, damit Sie inmitten frischer, sauberer Luft zu Bett gehen können. Der Keller ist auch ein Spezialraum, was das Lüften angeht: im Sommer öffnen Sie nur nachts die Fenster oder eben früh morgens. Besonders im Winter gilt hier, dass eine Auskühlung vermieden werden sollte.

Personen mit Heuschnupfen und Allergien müssen besonders darauf achten, zur richtigen Zeit zu lüften. Eben dann, wenn die Pollen nicht so dicht in der Luft hängen. In Städten lüften Allergiker*innen daher am besten morgens und in ländlicheren Gebieten eher abends.