Bello, Mieze und Co. – Haustiere in der Wohnung

dog-1209250_1280.jpgGerade jetzt, in der Pandemie, sind Haustiere beliebter als je zuvor. Kein Wunder: Die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause und sehnen sich nach einem Kumpanen. Doch auch nach der Pandemie möchten die Tiere ein liebevolles Zuhause haben. Deshalb sollte die Anschaffung eines tierischen Gefährten wohl überlegt sein – damit diese nicht im Tierheim landen, weil die Zeit nach dem Lockdown nun doch zu knapp ist. Doch nicht nur die verfügbare Zeit ist ein Kriterium, wichtig ist auch, ob und wie die Tierhaltung in der Mietswohnung erlaubt ist.

Tiere in der Wohnung – die rechtlichen Aspekte

Darf denn der Vermieter Haustiere verbieten? Das ist wohl die grundlegende Frage, die sich viele Mieter zu Beginn ihrer Überlegungen stellen. Die Antwort ist ein ganz klares Jein. Denn es gibt kein eindeutiges Gesetz, das die Sachlage regelt. Entschieden wird hier individuell; orientieren kann man sich an verschiedenen Gerichtsurteilen.

Wenn im Mietvertrag nichts geregelt ist, kann der Vermieter die Haltung von Hunden, Katzen oder Hasen etc. nicht generell verbieten. Ein im Mietvertrag geregeltes Verbot ist nicht zulässig. Denn das generelle Verbot von Tierhaltung besteht seit 2007 nicht mehr, in diesem Jahr wurde es gerichtlich gekippt. Ist diese Klausel noch in einem älteren Mietvertrag enthalten, wurde sie damit nichtig. Was der Vermieter aber machen kann: Er kann einen Erlaubnisvorbehalt vertraglich festlegen, das heißt, der Mieter muss die Haltung vorher mit dem Vermieter abklären – grundsätzlich untersagen kann er dies aber auch dann nicht. Wenn der Vermieter kein Einverständnis zur Tierhaltung gibt, muss er genau darlegen, aus welchen Gründen. Willkür ist nicht möglich: Wenn der Mieter etwa einen Kampfhund aufnehmen will oder wenn einer der Nachbarn oder anderen Hausbewohner an einer Allergie leidet, kann er Einspruch erheben. Denn Rücksicht auf andere Menschen ist gilt als Leitlinie.

Kleintiere und Exoten

Der Einverständnisvorbehalt gilt jedoch nur für größere Tiere. Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Vögel oder Fische können ohne die Erlaubnis der Vermieters gehalten werden. Das sind Tiere, die in Terrarien, Aquarien und Käfigen leben. Dazu gehören wiederum keine gefährlichen oder exotischen Tiere: Schlangen leben zwar in Aquarien, sind aber als exotisch und teils gefährlich einzustufen, genauso wie auch Vogelspinnen oder ähnliche Tiere. Der Vermieter muss also gefragt werden.

Schäden in der Wohnung

Manche Vermieter haben Angst vor Schäden in der Wohnung, etwa zerkratzte Türen oder Wände. Für die muss der Mieter aber ohnehin aufkommen. Versichern kann er sich dagegen allerdings nur bedingt: Denn wenn die Katze kratzt oder der Hund in der Wohnung uriniert, zahlt hierfür keine Haftpflicht-Versicherung, genauso wie für weitere Abnutzungsschäden. Eine Haftpflicht springt nur ein, wenn die Schäden einem plötzlichen Ereignis zuzuordnen sind, wenn der Hund bei Freunden einen Lautsprecher zu Boden wirft zum Beispiel.

Gar nicht so einfach, die gesetzliche Seite dieser Haustierhaltung. Wer allerdings einen guten Draht zu seinem Vermieter hat, dem ist angeraten, offen über die geplante Tierhaltung zu kommunizieren.