Energetische Sanierung – aus Altbau mach neu

leipzig-254604_1920.jpgWenn Häuser in die Jahre kommen, ist ihre Klimabilanz recht bescheiden, genau wie etwa die Höhe der Heizkosten – ältere Bauwerke haben sehr häufig eine miserable Energieeffizienz. Doch für alle, die bereits in einem solchen Altbau leben oder überlegen, eine ältere Immobilie zu kaufen, gilt: Sanierungsmaßnahmen lohnen und amortisieren sich und erfordern weniger Ressourcen als ein Neubau. Durch eine energetische Sanierung werden Wärmebrücken minimiert, die Luftdichtheit optimiert und die Fenster sowie die Gebäudehülle auf zeitgemäße Standards gebracht.

Energieeffizienz mit Sanierungsmaßnahmen optimieren

Was kann also im Zuge der energetischen Sanierung alles erneuert werden? Da wären zum Beispiel Maßnahmen zur Wärmedämmung, das betrifft die Außenwände, die Dachdämmung und die Dämmung der Kellerdecke. Mit einem modernen Wärmedämm-Verbundsystem etwa werden die Wände saniert, sodass der Wärmeverlust des Gebäudes maßgeblich gesenkt wird. Alte und undichte Fenster – insbesondere, wenn sie einfach verglast sind – und Außentüren sollten ersetzt werden durch dicht schließende Varianten. Und dann wäre da noch die Heizung – auch diese muss ausgetauscht werden durch eine moderne. Ein moderner Öl- oder Gasbrennwertkessel beispielsweise senkt den Energiebedarf immens. Eine Solarthermie-Anlage geht da noch einen Schritt weiter und nutzt die Wärme der Sonne, um das Heizwasser fast kostenlos zu wärmen. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind eine zusätzliche Möglichkeit, für ein angenehmes Raumklima und bessere Energieeffizienz zu sorgen.

Kür oder Pflicht? Energetische Sanierung ist nicht immer freiwillig

Das Umsetzen einer energetischen Sanierung von alten Bauwerken ist nicht nur eine Kür-Übung, denn nach der EnergieEinsparverordnung (EnEV) haben Käufer einer Bestandsimmobilie die Pflicht, diese in Angriff zu nehmen. Wen das betrifft? Hier geht es vor allem um Ein- und Zweifamilienhäuser, die vor dem 1. Februar 2002 errichtet wurden – wenn die vorgeschriebenen Standards nicht eingehalten werden, können Käufer innerhalb von zwei Jahren nach dem Einzug verpflichtet werden, das Gebäude energetisch auf Vordermann zu bringen. Dazu gehören die Heizungen, die Dämmung von Rohrleitungen und das Dämmen des Dachs oder Dachbodens.

Einsparungen für die Umwelt und den Geldbeutel

Diese Erneuerungen sorgen für weitreichende Energieeinsparungen und schmälern auch die laufenden Kosten. Eine Wärmedämmung der Außenfassade kann bis zu 25 Prozent der Energiekosten sparen, eine Wärmedämmung des Dachs bis zu 15 Prozent. Eine neue Heizungsanlage mit Wärmepumpe, Brennwerttechnik oder Holzpelletofen kann die Energiekosten um circa 30 Prozent senken. Das können lediglich Richtwerte sein, denn die exakten Zahlen hängen vom Zustand und Material des ursprünglichen Gebäudes ab.

Installationskosten amortisieren sich

Bei all den Einsparungen, die eine energetische Sanierung mit sich bringt – die hohen Installationskosten sind natürlich ein großer Batzen Geld, der investiert werden will. Neue Fenster, Dämmung, Heizanlage – die Kosten wirken im ersten Moment abschreckend. Dennoch lässt sich eine Rechnung aufstellen, die zu Gunsten des Hausbesitzers ausfällt: sogar die teuerste Maßnahme ist in unter 20 Jahre amortisiert und wird, wenn sie qualitativ hochwertig von Experten ausgeführt wurde, jahrzehntelang ihren Zweck erfüllen. Auch für energetische Sanierungen gibt es Zuschüsse und Fördermöglichkeiten von der KfW – informieren lohnt sich!