Wohnen im Denkmalschutz

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Es ist der architektonische Traum vieler Menschen: in einem historischen Fachwerkhaus, einer Gründerzeit-Villa oder einer alten Fabrik zu wohnen; umgegeben von Gemäuern, die Geschichten in sich tragen. In Deutschland stehen etwa 1.000.000 Immobilien unter Denkmalschutz. Doch warum wird ein Gebäude überhaupt geschützt? Das passiert dann, wenn am Erhalt eines Bauwerks ein öffentliches Interesse besteht. Wenn es deshalb alle Kriterien für Baudenkmäler erfüllt, dann wird es in die Denkmal-Liste aufgenommen. Somit wird die Immobilie als kulturelles Erbe gesichert und gefördert. Doch mit dem Schutz kommen auch Pflichten.

Keine Änderungen ohne Denkmalschutzbehörde

Änderungen am Gebäude müssen mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden – und zwar vorab. Denkmalschutz ist Ländersache und wird deshalb von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Die erste Anlaufstelle ist für Käufer oder Eigentümer die so genannte Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt oder Gemeinde. Oberste Regel bei Renovierungen und Instandhaltung ist immer: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Das heißt also, die historische Substanz muss so gut wie möglich erhalten und so wenig wie möglich am Erscheinungsbild verändert werden. Bei Renovierungsarbeiten ist eine Genehmigung bei der Behörde auf jeden Fall einzuholen, das betrifft zum Beispiel Badsanierungen, den Austausch von Türen und Fenstern, den Wechsel von Bodenbelägen oder eine Veränderung der Wände, sowohl innen als auch außen. In manchen Gebäuden sind auch nur Teile denkmalgeschützt, hier gelten wiederum gesonderte Auflagen. So einzigartig wie die alten Gemäuer sind, so individuell ist auch der Umgang mit dem Denkmalschutz und der erlaubten Änderungen. Architekten mit Erfahrung im Denkmalschutz sind hier hilfreiche Ansprechpartner für behutsame Erneuerung.

Attraktive Steuervorteile und Förderungen

Der hohe Sanierungsaufwand kann im ersten Moment abschreckend wirken, aber hier kommen steuerliche Vorteile ins Spiel: Eigentümer, die eine denkmalgeschützte Immobilie erwerben und selbst darin wohnen, können einiges absetzen. Über eine Zeit von zehn Jahren können neun Prozent der Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung angesetzt werden, was insgesamt über die komplette Laufzeit 90 Prozent der Investitionen bedeuten.

Abdunkeln, Heizen, Handy-Empfang – alles anders im Denkmal

Auch ein paar ganz praktische Dinge müssen beim Wohnen im Denkmal beachtet werden, aber für fast alle anfallenden Herausforderungen lässt sich eine Lösung finden. Rollläden als Sicht- und Sonnenschutz sind meist nicht denkmal-konform, daher sind Rollos häufig die Wahl zur Verdunkelung. Weil die Gemäuer alter Häuser so dick sind, kann der Handy- und W-Lan-Empfang darunter leiden – unter Umständen ist ein Repeater vonnöten. Auch das Heizen wird zur etwas schwierigen Aufgabe, insbesondere bei sehr hohen Decken. Aber auch hier findet sich eine Lösung: Mit Infrarotheizungen – dazu gehört zum Beispiel ein Carbon-Heizanstrich – lässt sich effiziente Strahlungswärme erzeugen. und dann kann es im denkmalgeschützten Altbau durchaus märchenhaft werden.