Aufs Dach gestiegen – kleine Dächerkunde

Dächer einer Stadt

Flachdach und Steildach, das kennt man ja irgendwie noch. Aber was ist mit diesen ganzen anderen Dachformen? Und wie deckt man ein Dach am besten? Wir bringen ein bisschen Licht ins Dunkel.

Dachform

Das Steildach ist das in Deutschland vorherrschende Dach. Das macht deshalb Sinn, weil der Raum unter dem Dach genutzt werden kann – als Wohnfläche oder sonstigen Stauraum. Außerdem ist es im Gegensatz zum Flachdach leichter abzudichten und statisch ist es recht einfach umzusetzen. Je nach Breite der Dachform wird dabei nochmal unterschieden in Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach. Das Sparrendach wiederum ist der Klassiker unter den Steildächern.

Das Walmdach hat auf der Traufseite und auf der Giebelseite geneigte Dachflächen. Und da gibt’s dann wiederum die Unterscheidung in Krüppelwalm, Schopfwalm bzw. Schopfdach und Halbwalm. Die Konstruktion mit den geneigten Dachflächen bietet weniger Angriffsfläche für Wind und verringert damit etwas die Windlast.

Das Flachdach ist recht selbsterklärend: es ist das flachste unter den Dächern. Wenn es weniger als fünf Grad Dachneigung hat nämlich. Eigentlich die einfachste Bauform – aber: weil Wasser und sonstiger Niederschlag nicht gut abfließen kann, muss es gut abgedichtet werden. Kaltdach, Warmdach und Umkehrdach sind Varianten des Flachdachs.

Dachdämmung

Fast wie der Kopf des Menschen: auch über ihn verlieren wir am meisten Wärme. Bis zu 30 Prozent der Wärme des Hauses können übers Dach entweichen, wenn es nicht richtig gedämmt ist.

Für die Zwischen- und Untersparrendämmung entscheiden sich häufig Selbermacher, da das Dach hierfür nicht neu gedeckt werden muss. Die Dämmung wird zwischen die Sparren oder eben darunter angebracht. Bei der Aufsparrendämmung wird der Raum unter dem Dach optimal genutzt, denn das Dämmaterial wird auf die Sparren gelegt – dafür muss jedoch die Dacheindeckung entfernt werden.

Und aus welchem Material ist nun diese Dämmung? Häufig wird Mineralwolle genutzt, da sie über gute Dämmeigenschaften verfügt. Außerdem ist sie flexibel und lässt sich einfach zwischen die Sparren klemmen. Noch dazu ist sie preislich in einem akzeptablen Rahmen. Wer die ökologischere Variante favorisiert, greift zu Dämmmatten aus Schafwolle oder Zellulose. Es gibt eine Menge verschiedener Dämmmaterialien – da den Durchblick zu behalten, ist etwas herausfordernd. Auch weil sich die Stoffe teils nur sehr gering voneinander unterscheiden. Ein wichtiger Anhaltspunkt: der U-Wert. Er steht für die Dämmeigenschaften des Materials. Noch dazu geben die Baustoffklassen Auskunft, die das Brandverhalten einordnen.

Dacheindeckung

Jetzt haben wir uns die Form und das Dämmmaterial angesehen; fehlt nun noch das, was obendrauf kommt. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten – an dieser Stelle deshalb nur ein paar Beispiele:  Die Standardeindeckung ist der Dachziegel, er ist robust und langlebig. Ein Schieferdach überzeugt nicht nur durch die Optik, sondern auch durch seine Robustheit. Metalldächer sind darüber hinaus noch sehr pflegeleicht, insbesondere Aluminium bietet eine große Auswahl an Farbmöglichkeiten.

Neben diesen Hartdächern gibt es auch noch das Weichdach: damit holen Sie sich die Natur aufs Dach, wie zum Beispiel mit Reet. Auf dem Flachdach können Sie die maximale Natur hegen und pflegen: Mit einer Dachbegrünung tun Sie ganz nebenbei auch für die Umwelt etwas Gutes.

Wer sich mit Dächern beschäftigt, wir vermutlich auch nicht zu Fragen rund um Gauben und Solaranlagen herumkommen – auch die sollten in die Überlegungen einbezogen werden. Dann steigt Ihnen so schnell keiner mehr aufs Dach.