Was Corona mit den Immobilienpreisen macht

virus-5656362_1280.jpgAlles an der derzeitigen Lage schreit eigentlich nach sinkenden Immobilienpreisen: Leerstehende Büros, Geschäfte, die schließen, Hausbesitzer, die sich ihre Raten nicht mehr leisten können. Das IW Köln ging von Einbrüchen von über einem Drittel aus. Eigentlich. Doch die Wirtschaft sieht anders aus – die Immobilien-Preise sind immer noch stabil auf hohem Niveau, sie stiegen allen Umständen zum Trotz auch in den ersten Lockdown-Monaten ab März an. Zumindest galt das für Wohn-Immobilien mit etwa fünf bis sieben Prozent, Geschäftsräume waren dagegen minimal günstiger zu haben. Schließlich schlug die Krise dort gnadenloser zu. Doch da die meisten Büromietverträge über fünf bis zehn Jahre geschlossen werden, ist hier noch kein direkter Durchschlag zu spüren. Derzeit gestaltet sich die preisliche Lage wie vor der Pandemie.

Mehr Platz fürs Home-Office

Mit Schnäppchen ist also weiterhin eher nicht zu rechnen. Doch die Vorstellungen bei der Immobilien-Suche haben sich leicht verschoben. Es besteht der Wunsch nach etwas mehr Platz, ein halbes Zimmer mehr etwa, um das Home-Office besser integrieren zu können. Überhaupt ist das Home-Office neben kurzen Wegen, Klimaschutz und der Luftqualität einer Hauptaspekte, nach denen Wohnraum mittlerweile ausgesucht wird – heute wohnt man nicht mehr dort, wo man arbeitet, man arbeitet dort, wo man wohnt. Doch ganz auf den Büroarbeitsplatz verzichten werden die Menschen wohl auch nicht, insofern sparen sich die Firmen kaum Bürofläche ein. Auch Grundstücke weisen diese Entwicklung auf; auch die kann man heute, in Zeiten der Pandemie, nicht günstiger erwerben.

Immobilienpreise gehen konstant nach oben

Die Entwicklungen, die vor der Krise begonnen haben, gehen unbeeindruckt weiter. Das heißt, dass Lagen in der Innenstadt preislich eher stagnieren, doch in den Speckgürteln geht’s nach oben. Nach wie vor sind Immobilien die Wahl der Anleger, wenn es um die konstanten Entwicklungen der Renditen geht, immerhin sind auch jetzt noch mehr Nachfrager als Angebote auf dem Markt – schließlich wird der als viel sicherer empfunden als der Aktienmarkt – das zeigen auch die vergangenen Monate deutlich.

Experten warnen jedoch, die Entwicklung als geradlinig zu beurteilen. Denn je nachdem, wie sich die Ausbreitung des Virus noch verhält, können durchaus noch Veränderungen zu erwarten sein: Wie viele Büroräumlichkeiten werden angesichts der Home-Office-Situation noch benötigt? Wie entwickelt sich die Lage, wenn Banken Kreditraten von Eigenheimbesitzern nicht mehr stunden? Pleiten und Kurzarbeit würden ihr Weiteres hinzutun. All das bleibt zu beobachten und abzuwarten.