Was machen eigentlich Bausachverständige?

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Gerade gebaut, schon Probleme mit der Wohnung oder dem Haus? Oder sind Sie aktuell im Begriff, eine Immobilie zu kaufen und sind sich nicht sicher, ob da wirklich alles so toll ist, wie es auf den ersten Blick aussieht? Ein Bau-Sachverständiger kann helfen: Er erkennt Baumängel oder Bauschäden während der Bauphase oder nach Fertigstellung der Immobilie und hilft Ihnen, Kosten und Aufwand richtig einzuschätzen.

Eine Studie ergab, dass am häufigsten Mängel an Innenputz, Estrich und Innenausbau auftreten, Rohbau, Statik und Dachkonstruktion liegen auf Platz zwei und Probleme mit Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz liegen dicht dahinter. Sie müssen nun zur weiteren Einschätzung natürlich wissen, was die Ursachen für die Mängel und wie groß die Schäden sind.

Den richtigen Bausachverständigen finden

Genau das sagt Ihnen ein Bausachverständiger, das schwierige daran ist aber: der Titel ist nicht geschützt. Nur – wenn die Schäden falsch geschätzt werden, kann es am Ende noch teurer werden. Woher also wissen Sie, wer wirklich kann, was er verspricht? Der Sachverständige benötigt Kenntnisse in Bauphysik, Bauchemie, Baubiologie und Baugeologie. Ein öffentlich bestellter und vereidigter Bausachverständiger ist da die sichere Wahl – der Titel wird von der gesamten Branche anerkannt. Finden tun Sie die auf der Internetseite des bundesweiten Sachverständigenverzeichnisses der Industrie- und Handelskammern. Je nach Schaden kann entweder gleich ein Spezialist angeheuert werden, oder bei diversen Mängel eher der Generalist, der sich mit vielen Themen auskennt. Die Sachverständigen sind aber meist über Monate ausgebucht – Geduld lohnt sich also.

Wenn es doch schnell gehen muss, können auch Architekten oder Bauingenieure helfen, sie verfügen nicht über solch spezifisches Wissen, können aber die meisten Mängel durchaus erkennen. Aber: je größer der Schaden, desto eher lohnt sich das Warten auf den Bau-Sachverständigen. Falls der Fall vor Gericht geht, kann auch nur der öffentlich bestellte Sachverständige ein belastbares Gutachten erstellen.

Bau-Sachverständige helfen auch beim Hauskauf

Der Bau-Sachverständige ist nicht eine wichtige Anlaufstelle, wenn Sie selbst bauen, und zwar gleich bei der Bauabnahme. Denn wenn Sie die einmal unterschrieben haben, verzichten Sie als Bauherr auf Nachbesserungsansprüche. Sie sollten ihn auch einbeziehen, wenn Sie kaufen. Bei der Besichtigung macht es Sinn, einen Sachverständigen einzubeziehen, da er den Zustand des Hauses einschätzen kann. Er erkennt Mängel und kann mögliche (versteckte) Kosten aufzeigen. So haben Sie eine bessere Verhandlungsbasis mit dem Verkäufer. Falls Sie nach dem Kauf Umbauten vornehmen möchten, kann er auch vorab gleich feststellen, ob die nach Ihren Vorstellungen möglich sind.

Daneben decken Bau-Sachverständige auch noch andere Aufgaben ab: Energieberatung, Schimmelanalysen, Sanierungskonzepte, Wohnflächenberechnungen, Beweissicherung, Schlichtung, Baugutachten, Schiedsgutachten und Schadensgutachten für den Fall, dass ein Streit über Baumängel vor Gericht geht, gehören ebenso zu ihren Dienstleistungen.

Und was kostet so ein Bau-Sachverständiger?

Sie ahnen es: ganz günstig ist er nicht. Aber er spart Ihnen wiederum Folgekosten, weil Sie selbst Mängel womöglich nicht entdeckt hätten. 100 bis 180 Euro pro Stunde bekommt der Experte etwa gezahlt. Und das lohnt sich, wenn man die hohe Zahl der Baumängel dagegen rechnet. Am Gutachter sollten Sie also nicht sparen.