Alte Bauernhöfe sanieren

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Inmitten von historischen Ziegeln, alten Balken und meist viel Land zu leben – das ist eine Traumvorstellung vieler Menschen. Wohnen im sanierten Bauernhof, wo selbst der alte Schweinestall zum Wohnraum umgebaut wird. Denn so ein Zuhause klingt verlockend: häufig ist der Anschaffungspreis recht günstig, ein großes Grundstück umgibt den Hof und es gibt Platz für Einliegerwohnungen und damit Mieteinnahmen. Dabei gibt es einiges zu beachten und vor allem ist so eine Sanierung nicht zu unterschätzen.

Sanierung eines Bauernhofs

Wer sich in einem alten Bauernhaus niederlassen will, benötigt nämlich insbesondere zweierlei: Geld und handwerkliches Geschick. Hier zieht man nicht am Tag nach dem Kauf ein und freut sich der neuen Umgebung. Wer einen alten Bauernhof kauft, muss erst einmal viel Arbeit reinstecken – oder eben arbeiten lassen. Das ist natürlich eine Frage des Budgets. Und es bleibt nicht bei der Erstsanierung, denn bei alten Gebäuden ist davon auszugehen, dass im Laufe der Jahre immer wieder Renovierungen und Reparaturen anstehen. Die Gesamtkosten der Sanierung übersteigen damit nicht selten den Anschaffungspreis.

Lieber den Experten ranlassen

Bevor es mit der Renovierung losgeht, sollten Sachverständige und Architekten die Bausubstanz und die Möglichkeiten prüfen. Das gilt besonders dann, wenn es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Auch die Sachverständigen kosten Geld – je nachdem, wie speziell sich das Haus gestaltet, kann das auch mal in den fünfstelligen Bereich gehen. Und auch wenn alte Häuser üblicherweise sehr langlebig sind, muss auf heutige Standards für Energie, Sicherheit und Schutz geprüft und dann auch im Umbau eingehalten werden. Es ist darüber hinaus sinnvoll, Handwerker zu beauftragen, die sich speziell mit der Sanierung alter Bauernhäuser auskennen.

Ganz spezifisch wird es dann, wenn das Bauernhaus unter Denkmalschutz steht. Dann nämlich können keine großen optischen Veränderungen vorgenommen werden, also etwa Grundriss- oder Fassadenveränderungen. Die müssen genehmigt werden. Zum Thema Denkmalschutz gibt es hier auf dem Blog auch schon einen Artikel.

Achtung vor chemischen Stoffen

Ein besonders böse Überraschung können Hauskäufer erleben, wenn chemische Schutzmittel im Haus nachgewiesen werden. Wie etwa PCP, Pentachlorphenol; das ist ein chemisches Mittel, das hauptsächlich in den 60er und 70er Jahren eingesetzt wurde, um Pilze zu töten. Doch bei der Schädigung der Pilze blieb es nicht: das Mittel ist auch für den Menschen hochgradig schädlich. Die austretenden Gase können etwa für Diabetes mellitus, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und sogar Herzversagen sorgen. Das Perfide: diese Gase treten auch Jahrzehnte nach dem Auftrag noch aus dem Holz aus. 1989 wurde der Stoff zwar verboten, doch heute noch finden sich einige Häuser mit dieser Behandlung. Dagegen gibt es zwei Möglichkeiten – entweder alle Balken werden abgeschliffen und dann mit einem modernen Holzschutz neu behandelt und so versiegelt. Oder die Balken müssen, wenn das Gift zu tief ins Holz eingedrungen ist, komplett ersetzt werden. Dass das ins Geld geht, lässt sich erahnen.

Doch ist der Hof einmal saniert und steht dann dort ein modernes Loft in altem Gewand oder ein behutsam umgebautes, bäuerlich gehaltenes Haus, dann ist man für die vielen Mühen entschädigt.